Ruhig starrst du auf das Wasser, die unendliche Weite, die sich vor dir erstreckt. Wer weiß, wo und wann du von einer Welle getroffen wirst, wo und wann dich eine trägt und unterstützt, wo und wann dich eine zurückwirft. Das kannst du nur herausfinden, wenn du anfängst zu schwimmen. Ohne Schwimmflügel. Ohne Schwimmnudel. Ganz allein schwimmen. Wenn du die abgesteckte Grenze überschreitest, die zeigen will, bis wohin es sicher ist.
Du brennst. Es ist kalt, doch du brennst. Innerlich. Vor Tatendrang? Vor Wut? Vor Liebe? Alles. Du brennst vor Wut, weil die Welt stillsteht, sich in der Kälte nicht bewegt. Du brennst vor Tatendrang, da du das ändern willst, was dich wütend macht. Du brennst vor Liebe zu dem, was du erreichen willst. Das Feuer treibt dich.
Kühle Luft erfasst dein Gesicht mit einem Stoß. Mit mehreren. Immer wieder erfasst dich eisige Wind von allen Seiten. Du bist dir nicht sicher, ob er dich zurückhalten oder vorantreiben will. In jedem Falle trägt er dich jedoch mit Kraft, ist präsent, gar dominant. Dir fällt es schwer, deine eigene Entscheidung zu treffen und für sie einzutreten, dich gegen die Windstöße zu behaupten und sie in die richtige Richtung zu lenken. Nur mit deinem Willen.
Der Halt, der Ruhepol fehlt, der dir Sicherheit gibt. Du bemerkst nicht, dass du fest auf ihm stehst. Die Erde unter deinen Füßen. Sie weicht dir nicht plötzlich von der Seite, sie bietet dir den Ort stillzustehen, nachzudenken, um dann voranzuschreiten, zu schwimmen, zu treiben, zu fliegen. Mit einem Mal bist du völlig klar. Du weißt, was du hast, was du willst, wie du es bekommst und machst dich auf. Auf in Richtung Glück.
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